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TUSCH (Theater und Schule)

Ein Entwicklungsprozess

Im Rahmen des TuSCH-Projekts kooperiert die Schaubühne Berlin seit September 2009 mit der Sophie-Charlotte-Oberschule.

Unter dem Arbeitstitel "Ein DS-Kurs auf der Suche nach einem Stück" zeigen Schüler des vierten Semesters den Weg von einer Idee zum fertigen Stück. Wir konnten bis zu einem gewissen Maß Szenen selbst entwerfen und gestalten. Es fiel es uns schwer, einen Ansatz zur Umsetzung des gewählten Themas zu finden. Sollten wir uns auf ein Genre beschränken? Und wenn ja, welches? Film, Buch, Gedicht, Märchen, klassisches Drama… Aktuelles? Es wurde zunehmend spürbar, dass wir uns am Vorankommen gegenseitig blockieren. 14 Schüler, das sind unterschiedliche Vorstellungen, wie etwas zu sein habe, 14 Stimmen, die jede für sich Gehör fordert. Da spielen verschiedene Interessen, Erfahrungen, Fähigkeiten und Ansichten eine Rolle; Kompromisse wurden geschlossen. Es dauerte einige Wochen, bis sich ein Ergebnis abzeichnete, ein Gerüst erkennen ließ. Hierbei half uns Anne Schneider, eine Regisseurin der Schaubühne. Sie leitete uns behutsam an und gab Impulse für die Rahmenhandlung unseres Stücks. Mit der Zeit wurden Leidenschaft und Begeisterung durch Ausdauer ersetzt. Wir bildeten Arbeitsgruppen, jede stellte ihre eigene Szene vor und irgendwann stellte sich Routine ein, wenn auch nicht unbedingt eine Strategie. Doch langsam fügten sich die Teile zu einem Ganzen. Auf einem dreitägigen Probenmarathon sahen wir die ersten Ergebnisse. Jetzt fühlten wir etwas Gemeinsames: die Bereitschaft, etwas zu erarbeiten. Wir wollten die Arbeitsweise eines DS-Kurses beleuchten, dem Publikum die Entwicklung einer Inszenierung zeigen. Unsere Motivation war der Wunsch, ein Endprodukt zu schaffen, der Wille, dem Publikum etwas Eigenes darbieten zu können.

Charlotte Wegner